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Mit Olaf Mollenhauer wurde eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit geehrt

Die Verleihung des Preises „Unternehmer des Jahres im Ilm-Kreis“ fand in diesem Jahr unter den besonderen Bedingungen von Corona in der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau statt.

Landrätin Petra Enders (l.) überreicht Olaf Mollenhauer den Preis „Unternehmer des Jahres im Ilm-Kreis“. Foto: wr

Preisverleihung „Unternehmer des Jahres“: (v.l.) Laudator und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas, Sparkassenvorstand Marco Jacob, Preisträger Olaf Mollenhauer, Landrätin Petra Enders und BVMW-Kreisvorsitzender Norbert Wagner. Foto: wr

Unter Einhaltung eines strikten Hygienekonzepts, mit einem eingeschränkten Teilnehmerkreis und einer weiträumigen Bestuhlung zur Einhaltung von Abstandsregeln im Saal der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau wurde in diesem Jahr der „Unternehmer des Jahres im Ilm-Kreis“ geehrt. Gleich zu Beginn wies Marco Jacob, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, auf die bewusste Entscheidung hin, die inzwischen feste Tradition der Preisverleihung durch die Corona-Pandemie nicht unterbrechen zu lassen: „Außerordentliches unternehmerisches Engagement muss auch in schwierigen Zeiten geehrt werden.“ Die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau und der Ilm-Kreis sind seit vielen Jahren Partner des Kreisverbands Ilm-Kreis des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) bei der Wahl des „Unternehmers des Jahres“ und der feierlichen Verleihung des Preises.

„Zukunft geschieht nicht, sie wird aktiv gestaltet“

Norbert Wagner, Kreisgeschäftsführer des BVMW, dankte allen Beteiligten, der Jury, der Wirtschaftsförderung Ilm-Kreis und der Sparkasse. Er unterstrich auch ein gewissermaßen kleines Jubiläum, denn Olaf Mollenhauer ist der 20. Preisträger „Unternehmer des Jahres im Ilm-Kreis“. Er nannte ihn Unternehmer 2.0, denn Mollenhauer hat ein weiteres Mal gegründet, nachdem er sein erstes Unternehmen gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Dr. Andreas Karguth zum Erfolg geführt hatte. Landrätin Petra Enders fasste Olaf Mollenhauers Unternehmertum in dem Satz zusammen: „Zukunft geschieht nicht, sie wird aktiv gestaltet.“ Er charakterisiere am besten sein Wirken, das weit über die hiesige Region hinausreicht. Geprägt von der TU Ilmenau und von dem Willen, immer wieder Neues zu schaffen, sah sie sein Erfolgsgeheimnis in seiner Fähigkeit, die Bedeutung neuer Entwicklungen und Technologien frühzeitig zu erkennen und unternehmerisch einzusetzen.

Die Laudatio auf Olaf Mollenhauer hielt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen. Er hob hervor, dass er der Bitte, diese Laudatio zu halten besonders gern nachgekommen sei, weil ihn mit dem Preisträger eine langjährige und fruchtbringende Zusammenarbeit in der IHK verband. Mollenhauer ist in der Industrie- und Handelskammer sehr stark engagiert, als IHK Regionalausschussvorsitzender im Ilm-Kreis seit 2010 und seit 2018 Mitglied des Industrieausschusses der IHK Südthüringen. Außerdem ist er seit 2013 Mitglied der Thüringer RIS3 Arbeitsgruppe Produktion und Systeme und seit März 2019 ist er als einziger Unternehmensvertreter Mitglied der Landeswissenschaftskonferenz.

Gespür für Entwicklungstendenzen und Marktveränderungen

Pieterwas gab zunächst einen kurzen Abriss der Entwicklung von Olaf Mollenhauer. Diesen reichte zunächst von einer Ausbildung zum Funkmechaniker über ein Studium der Gerätetechnik an der damaligen Technischen Hochschule Ilmenau mit anschließender dortiger Assistententätigkeit und einen kurzen Abstecher als Projektingenieur bei einem Unternehmen im hessischen Mainhausen, bis zu seiner ersten Unternehmensgründung. Mit seinem früheren Studienkollegen Dr. Andreas Karguth gründete er 1992 im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau die TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbH. Der Laudator unterstrich, dass Mollenhauer und sein Geschäftspartner das Start up gerade deshalb zu einem soliden mittelständischen Unternehmen geführt haben, weil sie motiviert durch die Begeisterung für technische Innovationen ihr Gespür für Entwicklungstendenzen und Marktveränderungen in ihr Unternehmertum eingebracht haben.

So sei es auch kennzeichnend für Olaf Mollenhauer, dass die Übergabe seiner Firmenanteile und das Ende der Geschäftsführertätigkeit in der TETRA GmbH im Jahr 2016 keineswegs den Abschluss als Unternehmer darstellten, sondern für den Start eines neuen Unternehmens standen. Im Mai 2016 gründete er die KOMPASS GmbH und ist deren Hauptgesellschafter, seit April 2020 auch Geschäftsführer. Hier steht die Verbindung modernster Technik mit den komplexen Herausforderungen nachhaltigen Handelns im Fokus. Die Bandbreite der aktuellen Projekte reicht von „pure water”-Verbesserung von Wasserentsalzungs- und Abwasserbehandlungsanlagen über „SmartFaceNet”- Methoden und Prozesse für smarte Oberflächen bis hin zu „HIPS”- Entwicklung neuartiger Sensoren auf Basis einer einzigartigen Verbindung von Siliziumtechnologie und keramischer Mehrlagentechnik.

Ehrenamtliches Engagement in Verbänden und Vereinen

Ralf Pieterwas hob hervor, dass Olaf Mollenhauer in besonderer Weise das verkörpert, was als herausragende Unternehmerpersönlichkeit bezeichnet wird. So ist es neben seinem erfolgreichen unternehmerischen Wirken sein ehrenamtliches Engagement in der IHK,  auch bei der Gründung des industriegetriebenen Clusters ELMUG e.G., als Vorstandssprecher des Fördervereins für Mikro- und Nanotechnologien Ilmenau e.V., im Verein Deutscher Ingenieure, im BVMW und im Traditionsverein Schlitten und Bob Ilmenau e.V., in dem er seit 2018 Mitglied ist. Aktiv gestaltet und unterstützt er seit 2017 als Beiratsvorsitzender des Technologie- und Gründerzentrums Ilmenau die Gründer- und start-up-Szene mit. Und auch die technische Berufsorientierung ist Herzensangelegenheit für ihn: als Gemeinschaftsprojekt von IHK Südthüringen, ELMUG e.G. und KOMPASS GmbH eröffnete 2017 die erste Jugend-Unternehmerwerkstatt in Ilmenau.

Olaf Mollenhauer dankte für die Ehre als Unternehmer ausgezeichnet zu werden. Zugleich fügte er an, dass das Wort „Unternehmer“ in Deutschland nicht den besten Klang habe. Anders sei das im englischen Sprachraum, wo die Begriffe „Entrepreneur“ oder „Enterprise“ eine ganz andere Bedeutung verkörpern. Zu seiner unternehmerischen Entwicklung sagte er: „Unser Start am Anfang war eine wirkliche Existenzgründung. Ich bin kein Kaufmann, ich bin Ingenieur. Das hat mein Unternehmertum geprägt.“ Zugleich betonte er, dass die Entwicklung der TETRA kein Selbstlauf oder Alleingang war: „Da standen ganz viele Menschen dahinter.“ Seine Ehefrau nannte er in diesem Zusammenhang als sein wichtigstes Korrektiv. Für die Zukunft kündigte er an, mit seinem neuen Unternehmen und auch als Netzwerker in Verbänden und Vereinen weitere Jahre wirksam zu sein: „Es gibt noch so viel zu tun, wo man anpacken muss.“