EN
DE

Der Ilm-Kreis finanzierte die außerplanmäßige Baumaßnahme komplett aus Eigenmitteln

Die Grundschule Martinroda ist nach der umfassenden Sanierung die erste Schule im Ilm-Kreis, in der der DigitalPakt Schule umgesetzt wurde.

Schulleiterin Anja Wiesner-Belau (v.l.), Hausmeister Matthias Kranhold und Landrätin Petra Enders bei der Besichtigung in der neu sanierten Grundschule Martinroda. Foto: LRA Ilm-Kreis/ Doreen Huth

Im neu gestalteten Speiseraum der Grundschule Martinroda. Foto: LRA Ilm-Kreis/ Doreen Huth

Nach einem Jahr Bauzeit ziehen die Kinder der Grundschule Martinroda zurück an ihren Standort. Wegen eines Schadstoffaustritts musste die Schule grundhaft saniert werden. „Nun erstrahlt sie nicht nur wieder in neuem Glanz, in ihre wurde auch der DigitalPakt Schule umgesetzt“, sagt Landrätin Petra Enders und fügt hinzu: „90 Schülerinnen und Schüler gehen derzeit in Martinroda in vier Klassen zur Schule. Sie alle freuen sich sicherlich wieder auf einen Präsenzunterricht in ihrer Grundschule. Derzeit findet in der frisch sanierten Schule schon die Notbetreuung statt.“ 

Die Sanierung der Grundschule Martinroda geschah außerplanmäßig. Aufgrund einer Beschwerde über eine Geruchsbelästigung in einem Klassenraum der Grundschule wurde durch das Landratsamt eine Luftraummessung veranlasst. Nach Vorliegen des Prüfberichtes wurde Naphthalin in einer Konzentration nachgewiesen (Richtwert II 0,03 mg/m³ Raumluft), bei dessen Erreichen sofortiger Handlungsbedarf entstand. Der Raum wurde mit sofortiger Wirkung gesperrt. Daraufhin wurde eine Raumluftanalyse und Gefährdungsbeurteilung für die gesamte Schule vorgenommen, die zum Ergebnis kam, dass die Schadstoffkonzentration auch in allen anderen Räumen über dem Richtwert I und sogar über dem Richtwertwert II lagen und damit überschritten wurde.

Schulstandort wichtig für wohnortnahes Lernen und Gemeindeleben

Landrätin Petra Enders sagt: „Zwei Wochen vor Beginn des Schuljahres 2019/20 mussten wir für die Gesundheit der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte entscheiden, die Schule zu schließen. Das war eine immense Herausforderung. Die Grundschule kam in Plaue mit unter. Von Anfang an aber war klar: Wir werden den Standort in Martinroda sanieren, denn er ist wichtig für das wohnortnahe Lernen und das Gemeindeleben.“ Da die Sanierung außerplanmäßig erfolgen musste, finanzierte der Landkreis sie komplett aus Eigenmitteln, so die Landrätin: „Wir haben 780.000 Euro investiert, um den Schulstandort zu sanieren. Gleichzeitig haben wir an der Schule – übrigens die erste im Ilm-Kreis – den DigitalPakt Schule umgesetzt für 110.000 Euro. Diese Kosten wurden gefördert, wofür ich ausdrücklich danke. Alle Klassenräume werden mit interaktiven Tafeln ausgestattet. Das gesamte Schulgebäude erhielt Informations- und Medientechnik nach neustem Stand. Dafür wurden 6000 Meter Leitungen gelegt.“

Ursache für den Austritt des Schadstoffs waren teerhaltige Sperrschichten unter dem Estrich, die noch aus der Erbauungszeit der Schule in den 1960er Jahren stammten und damals Standard waren. Der fachgerechte Ausbau dieser Sperrschichten erfolgte, nachdem die Schule komplett geräumt worden war. Es wurde ein neuer Estrich und Bodenbelag eingebaut, die Wand- und Deckenanstriche komplett renoviert. Weitere Maßnahmen stellt Petra Enders vor: „Durch den Leerstand der Schule konnten weitere dringende bauliche Maßnahmen an der Grundschule umgesetzt werden. So wurden das veraltete Rohrleitungsnetz der Heizung und die alten Gussheizkörper ersetzt, was eine deutliche energetische Verbesserung der Heizungssituation verbunden mit einem geringeren Wärmeverbrauch darstellt. Die zum Teil noch bauzeitliche Elektro-Altinstallation entsprach nicht mehr heutigen Sicherheitsanforderungen und wurde auf den neusten Stand gebracht.“