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Ilmenauer Kaufleute fordern eine klare Strategie zur Wiedereröffnung von Handel und Gastronomie

Mit einer handschriftlich verfassten Botschaft hat sich gestern der Verein Ilmenauer Kaufleute an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow gewandt.

Blick auf die Innenstadt Ilmenaus mit dem Plakat der Ilmenauer Kaufleute. Foto/Montage: wr

Die Ilmenauer Einzelhändler und Gewerbetreibenden haben Ministerpräsident Bodo Ramelow dazu aufgerufen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und den Einzelhändlern, Gastronomen sowie alle anderen von Schließungen betroffenen Gewerbetreibenden zu helfen. Der Sprecher des Vereins Ilmenauer Kaufleute und Gewerbetreibender, Dietmar Kersten, betonte, gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten die mit der Pandemie verbundenen Probleme lösen zu wollen. Etwa 20 Ilmenauer Geschäfte beteiligen sich an der Aktion des Vereins. Sie haben ein gelbes Plakat ausgehängt mit dem die Politik aufgefordert wird, etwas gegen drohende Pleiten und Verödung der Innenstädte zu unternehmen.

Unbürokratische Entschädigungen gefordert

Insbesondere fordern die Ilmenauer Kaufleute vom Land eine klare Strategie und klare Ziele für die Wiedereröffnung von Handel und Gastronomie. Außerdem rufen sie Ramelow dazu auf, für eine rasche und unbürokratische Entschädigung der Betroffenen zu sorgen. Dabei gehe es vor allem um die Lösung der drängender werdenden Liquiditätsprobleme. Die handschriftliche Botschaft an den Ministerpräsidenten begründeten die Initiatoren damit, dass eine Handschrift einzigartig sei, so, wie die Händler einzigartig seien. Gegenüber der IHK Südthüringen hatte Kersten betont, dass die Zahlkraft der Betroffenen am Ende sei. Dennoch werde sehenden Auges in Kauf genommen, dass vielen nur der Ausweg in die Insolvenz bleibe.

Die Kammer unterstreicht die Forderungen der Ilmenauer Kaufleute. Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, bemängelt das Fehlen einer konkreten langfristigen Perspektive, wann die Geschäftsgrundlage durch eigenständiges Wirtschaften wiedererlangt werden kann. Und ohne ein kurzfristiges Nachschärfen finanzieller Hilfen würden viele geschlossene Handelsunternehmen die nächsten Wochen nicht überstehen. Pieterwas nennt die Möglichkeit zu „Click & Collect“, also der Abholung bestellter Waren, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssten jedoch folgen, wie zum Beispiel der Abbau unnötiger bürokratischer Lasten sowie der strengen Bestimmungen zur Samstagsbeschäftigung und Sonntagsöffnung. Pieterwas mahnt zu dringend notwendigen Unterstützungsmaßnahmen: „Fällt der stationäre Handel der Pandemie zum Opfer, werden die Innenstädte ihre Attraktivität und ihr Gesicht verlieren.“