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Auch in Zeiten der Pandemie wird Ausbildung im Arnstädter Sport- und Freizeitbad fortgeführt

Drei Jahre dauert die Ausbildung zu Fachangestellten für Bäderbetriebe. Die Arnstädter Ausbilder und Azubis nutzen auch die Zeit des Stillstands.

Die Auszubildenden Sophie und Dylan machen sich unter Anleitung von Ausbilder Mathias Adelmann mit den technischen Anlagen des Arnstädter Sport- und Freizeitbades vertraut. Foto: Bäder- und Beteiligungsverwaltung Arnstadt GmbH

Es ist ruhig geworden im ansonsten so belebten Arnstädter Sport- und Freizeitbad. Kein Kinderlachen, keine Musik zur Aquafitness, keine anfeuernden Rufe der Trainer vom Beckenrand. Lediglich das Wasser in den drei Becken hört man noch plätschern. „Es ist schon gespenstisch, die große Anlage so menschenleer zu sehen. Ein ungewöhnlich gewohnter Anblick seit November 2020, an den ich mich nicht gewöhnen kann und möchte“, sagt Oliver Steinacker, Betriebsleiter des Sport- und Freizeitbades mit Blick in die Badelandschaft.

Ausbildung zu Fachangestellten für Bäderbetriebe

Und doch hört man plötzlich Stimmen aus der einen oder anderen Ecke der Anlage. Es sind Handwerker, die Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführen. Wie bereits im ersten Lockdown 2020 versuchen die Verantwortlichen die notwendigen Arbeiten vorzuziehen, um die Zwangspause sinnvoll zu nutzen. Neben den Handwerks- und Technikfirmen trifft man auch die beiden Auszubildenden mit ihren Ausbildern an. Sophie (17) aus Rudisleben und Dylan (16) aus Kirchheim befinden sich aktuell im zweiten beziehungsweise ersten Lehrjahr für den Ausbildungsberuf zu Fachangestellten für Bäderbetriebe.

Drei Jahre dauert die Ausbildung insgesamt, die Praxis findet in Arnstadt und die Theorie an der Berufsschule für Soziales und Gesundheit in Chemnitz statt. Seit November letzten Jahres wird beides durch die Ausbilder selbst durchgeführt. Mit Marcel Mittelstädt und Mathias Adelmann stehen den Schützlingen zwei erfahrene Fachangestellte für Bäderbetriebe als Ausbilder zur Seite. So wird täglich, unter Einhaltung der Hygieneregeln, gelernt, gebüffelt und trainiert. Bädertechnik, Erste Hilfe, Mathe, Englisch, Bäderwesen und Schwimmtraining füllen so die Stundenpläne der künftigen Fachangestellten. „Derzeit haben unsere Azubis eine Art Luxussituation, denn im normalen Alltagsgeschäft wäre nie so viel Zeit gewesen, um die jungen Leute intensiv auszubilden“ freut sich Ausbilder Marcel Mittelstädt.

Trotz allem fleißig lernen und körperlich fit bleiben

Täglich sechs bis acht Stunden lernen Sophie und Dylan so mehr und mehr über die Funktionsweisen eines Schwimmbades, erledigen ihre Hausaufgaben, die sie über ein Onlineportal der Berufsschule beziehen und kühlen sich anschließend im Sportbecken, welches nicht mehr die gewöhnliche Wohlfühltemperatur hat, ab. „Es macht den Kopf frei nach einem Tag voller Theorie, ich bleibe fit und freue mich über die Erfolge im Schwimmtraining“ sagt Dylan strahlend, der sonst in seiner Freizeit am liebsten auf dem Fußballplatz für die Eintracht aus Kirchheim steht. Ausbilder Mathias Adelmann bereitet Sophie im Moment auf die Zwischenprüfung der Ausbildung vor. „Ob diese tatsächlich stattfinden wird und wann sie eventuell wiederholt wird, wissen wir jedoch nicht“, schaut Sophie skeptisch in die Zukunft. Es gilt also weiterhin fleißig zu lernen und körperlich fit zu bleiben.

Das Arnstädter Sport- und Freizeitbad sucht auch für das diesjährige Ausbildungsjahr, welches am 1. September 2021 beginnt, einen oder eine Auszubildende. Interessierte können ihre Bewerbung direkt per E-Mail an bewerbungen@bad-arnstadt.de senden. „Wir freuen uns auf motivierte und lernwillige, junge Leute, die gerne mit Menschen arbeiten, für die Sport kein Fremdwort ist und die vielseitig interessiert sind“, fasst Oliver Steinacker ein grobes Anforderungsprofil für die interessierten Schülerinnen und Schüler zusammen, die mindestens über einen Hauptschulabschluss verfügen müssen.