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Zwei Ilmenauer Start-ups haben sich für die begehrten Tickets zur Final-TRIP-Class qualifiziert

Am 17. März 2021 fand der Digital Demo Day des TRIP-Accelerator-Programms statt. Zwei junge Unternehmen aus Ilmenau überzeugten mit ihren Projekten.

Die Gesellschafter der eCeramix GmbH (v.l.): Michael Fischer, Jens Müller, Nam Gutzeit, Alexander Schulz. Foto: Jens Müller

Zehn Projekte des TRIP-Accelerator-Programms pitchten ihre Innovationen und Entwicklungsschritte vor der Start-up-Community beim digitalen Demo Day am 17. März 2021. Sechs davon, darunter zwei Unternehmen aus Ilmenau erhielten die Tickets für die Final-TRIP-Class, die sie auf VC-Investment vorbereitet. Die im Ilmenauer Technologie- und Gründerzentrum ansässige AI-UI GmbH ist dabei, ebenso das das Spin-off Projekt „Plasmaquelle“ der eCeramix GmbH, die am selben Standort tätig ist. Bereits seit 2019 bietet das Thuringian Regional Innovation Program, TRIP, innovationsgetriebenen Projekten und Start-ups ein sehr engmaschiges Accelerator-Programm mit dem Schwerpunkt Investment Readyness und Open Innovation. TRIP wurde von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) im Rahmen des Projektes ThEx innovativ initiiert, um die Start-up-Community Thüringens zu stärken, Innovationen zu beschleunigen sowie Stakeholder des Innovationsökosystems zu vernetzen.

Zehn ausgewählte Start-ups feilen an ihren Geschäftsmodellen

Die aktuelle Saison des TRIP-Programms läuft komplett digital und das mit vollem Erfolg. Seit Herbst 2020 arbeiten zehn ausgewählte Start-up-Projekte intensiv an ihren Strategien und entwickeln ihre Geschäftsmodelle im Rahmen der TRIP-Class 20/21 weiter. Ihre Konzepte sind sehr divers, aber eines haben sie gemein: sie widmen sich relevanten Zukunftsthemen. Von IoT, KI-Lösungen und Kunststoff-Innovationen bis hin zu SpaceTech und Gesundheitsmanagement – ist alles im TRIP vorhanden, um die Zukunft zu gestalten. Sechs Monate lang profitierten die Teams von Expertise, Workshops und individuellen Coachings zur Geschäftsmodellentwicklung, Strategie, Finanzierung und Internationalisierung. Darüber hinaus erhielten sie ein Start-Budget in Höhe von 4.000 Euro sowie weitere Unterstützung zur Projektumsetzung.

Die AI-UI GmbH befasst sich mit der Vereinfachung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, sodass diese in bestimmten Bereichen auch für nicht Informatiker handhabbar wird. Ziel der Entwickler des Unternehmens ist es, maschinelles Lernen einfach zu bedienbar zu machen, zu testen und bereitzustellen. Da die meisten KMU nicht in der Lage sind, IT-Mitarbeiter oder ganze IT-Abteilungen in ihrer Unternehmensstrukturen zu beschäftigen, will AU-UI codefreie, verständliche und effiziente Pipelines für maschinelles Lernen schaffen. Dazu haben die jungen Unternehmer ein kostenlos verfügbare Tool entwickelt, welches die Möglichkeit eröffnet ohne umfassende Programmierkenntnisse Maschinelles Lernen in vorhandene Netzwerkstrukturen zu implementieren. Die drei Gründer, Stephan Gasterstaedt, Martin Schiele und Pengcheng Fan sind Absolventen der TU Ilmenau und verfügen als Maschinenbauingenieure sowie als IT- und ML-Spezialisten über entsprechend fundierte Kenntnisse.

Gründer aus der Technischen Universität Ilmenau

Die eCeramix GmbH wurde vor gut einem Jahr als Ausgründung aus dem Fachgebiet Elektroniktechnologie der Technischen Universität Ilmenau ins Leben gerufen. Das vierköpfige Gründerteam bietet Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistung und Fertigung im Bereich der mikroelektronischen Aufbau- und Verbindungstechnik und der Mikrosystemintegration. Kerngebiet von eCeramix ist die Kombination von keramischen Substraten mit unterschiedlichen Materialien für komplexe und besonders leistungsfähige Schaltungen. Dabei bringen die vier Ausgründer, Michael Fischer, Prof. Jens Müller, Nam Gutzeit als geschäftsführender Gesellschafter, und Alexander Schulz, ihre langjährige Forschungserfahrung an der TU Ilmenau im Bereich der Verarbeitung von Niedertemperaturkeramiken ein, die im Vergleich zu traditionellen Leiterplattenmaterialien ganz neue Anwendungsfelder eröffnen, insbesondere im Maschinenbau, der Automobilbranche und den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Medizin und Sensorik. Diese so genannten Low Temperature Cofired Ceramics (LTCC) – niedrigsinternden Mehrlagen-Keramiken – ermöglichen es, mehrlagige elektronische Schaltungen auch unter rauen Einsatzbedingungen zu nutzen, beispielsweise bei hohen Temperaturen und Drücken, bei Kontakt mit aggressiven Medien, starken mechanischen Beanspruchungen oder Strahlenbelastungen.

Die weiteren Tickets für die Final-TRIP-Class gingen an die SPACEOPTIX GmbH, die Polytives GmbH, die Peeriot AG und an das Projekt IGNITION der ThEX. In den nächsten drei Monaten stehen weitere Workshops, Coachings sowie die digitale Teilnahme an der Hannover Messe an. Am Ende der Final-TRIP-Class pitchen die Teams ihre Konzepte bei den Investor Days Thüringen, die am 15. und 16. Juni 2021 als Hybrid Edition in Erfurt stattfinden. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit für die TRIP-Projekte ihre Geschäftsinnovationen rund 600 Akteuren der internationalen Start-up Community, Investoren und Innovatoren vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teams, die für die Final-Class nicht ausgewählt wurden, bekommen individuelle Community-Tickets und werden weiterhin außerhalb des TRIP-Programms begleitet.