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emsys Embedded Systems GmbH

Die emsys Embedded Systems GmbH wurde 1998 von Mitarbeitern des Instituts für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) und der TU Ilmenau gegründet. Sie ist auf die Entwicklung von Hardware und insbesondere Software für eingebettete Systeme spezialisiert. Die Kernkompetenz besteht in der Entwicklung zuverlässiger und effizient wartbarer Software in vorhersagbarer Zeit. Seit 2011 ist die emsys Embedded Systems GmbH zertifiziert nach ISO 9001.

Im Bild: Das Team der emsys Embedded Systems GmbH. Foto: emsys

emsys Embedded Systems GmbH: Geschichte der Gründung

Die Gründung

Das neue Unternehmensgebäude der emsys Embedded Systems GmbH in der Werner-von-Siemens-Straße. Foto: wr

Die emsys Embedded Systems GmbH wurde 1998 von Mitarbeitern des Instituts für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) und der TU Ilmenau gegründet. Sie ist auf die Entwicklung von Hardware und insbesondere Software für eingebettete Systeme spezialisiert. In den ersten Jahren lag dabei der Fokus auf modernen seriellen Bussen, wie USB und FireWire (IEEE 1394). Zwischenzeitlich hat sich die Bandbreite deutlich erhöht und geht von Kamera-Steuerungsprotokollen bis zu Smartcard-Software. Dies dokumentiert sich in mehr als 200 Projekten. In den Anfangsjahren war der Sitz das Technologie- und Gründerzentrum in der Ilmenauer Ehrenbergstraße. Im Jahre 2010 konnte das eigene Firmengebäude in der Werner-von-Siemens-Straße bezogen werden.

Die Kernkompetenz besteht in der Entwicklung zuverlässiger und effizient wartbarer Software in vorhersagbarer Zeit. Im wohldefinierten Entwicklungsprozess werden seit mehreren Jahren agile Methoden (Scrum) eingesetzt und umfangreiche Testkonzepte entwickelt und angewandt. Von Anfang an wurde auf objektorientierte Programmierung gesetzt, auch wenn dies zum Anbruch des Embedded-Zeitalters noch exotisch anmutete. Seit 2011 ist die emsys Embedded Systems GmbH zertifiziert nach ISO 9001.

Fragen zum Gründungsprozess

Dr. Karsten Pahnke, Geschäftsführer der emsys Embedded Systems GmbH. Foto: emsys

(beantwortet von Dr. Karsten Pahnke, Geschäftsführer der emsys Embedded Systems GmbH, im September 2016)

Ingenieure werden überall händeringend gesucht. Wieso haben Sie sich dennoch für den Schritt in die Selbständigkeit entschieden?

Im Jahr 1998 war der Markt bezüglich Ingenieuren noch nicht so leergefegt wie heute, so dass zwar sehr wohl ein Angestelltenverhältnis realisierbar war, doch bei weitem nicht so viele Optionen wie heute bereitstanden. Insbesondere wenn man das Gefühl hat, sich nicht vollständig entfalten zu können und nicht täglich an den „Rand“ der Möglichkeiten stoßen will, erlaubt es einem die Selbständigkeit viel besser, sich zu beweisen. Durch die Erfahrungen, die ich durch die intensive Beteiligung bei der Gründung und dem Aufbau des IMMS gesammelt hatte, fühlte ich mich – lax formuliert – gerade gut in Übung, eine eigene Firma zu gründen. Es dauerte schon einige Zeit bis mein Einkommen wieder das Niveau eines Abteilungsleiters an einem Institut der öffentlichen Hand erreicht hatte.

Was ist die Idee hinter emsys?

Wir hatten uns am IMMS seit einiger Zeit mit Hardware- und Software-Entwicklung für das damals noch sehr junge Bussystem namens „USB“ beschäftigt. Die Projektanfragen von potentiellen Kunden gingen klar in Richtung Produktentwicklung und konkrete Dienstleistungen. Zum damaligen Zeitpunkt war das am IMMS nur bedingt umsetzbar, weil der Fokus doch stärker auf Forschung stand. Mit der emsys GmbH konnten wir diese Kundenbedürfnisse sehr effizient befriedigen. Basierend auf den am IMMS begonnenen Arbeiten haben wir wiederverwendbare Komponenten (in Hard- und Software) entwickelt und entweder direkt als Produkt oder als Bestandteil einer komplexen Dienstleistung eingesetzt. Die Rechte zur Verwendung und Weiterentwicklung des ursprünglich während der Tätigkeit am IMMS entwickelten Know-hows wurden in ein Lizenzabkommen durch die emsys Embedded Systems GmbH übernommen.  Zwischenzeitlich hat der Anteil an Software-Entwicklungsarbeit deutlich zugenommen und es wurden verschiedenste Projekte im Bereich eingebetteter Systeme von Kamera-Steuerungen bis zu hoch-performanten Netzwerkmodulen realisiert.

Welche Ihrer persönlichen Eigenschaften sind essentiell für das Unternehmen?

Ich denke, die wichtigste Eigenschaft ist, sich immer wieder selbst motivieren zu können und jeder Anforderung auch eine positive Seite abgewinnen zu können. Denn eins ist sicher: An Anforderungen und ständiger Veränderung mangelt es im Unternehmeralltag nicht. Die zweite wichtige Eigenschaft ist, dabei immer das Team mitnehmen zu können und immer eine positive Grundstimmung zu verbreiten. Im Arbeitsalltag gibt es genug Stressmomente, die nicht immer unter eigener Kontrolle sind. Wenn man dann noch als Chef den „Druck erhöht“, finden sich gewiss bald Sollbruchstellen. Vermittelt man den Mitarbeitern jedoch das Gefühl, dass der Chef zu ihnen steht und im Ernstfall auch mal in die Bresche springt, wird man viel mehr selbständiges Handeln und Eigenverantwortlichkeit erleben. Man kann als Gründer nicht alles allein schaffen, deshalb ist ein leistungsfähiges und loyales Team extrem wichtig. Dieses „Wir-Gefühl“ versuchen wir seit den ersten Gründertagen zu bewahren. Das seit Beginn von der Firma gestellte gemeinsame Frühstück hat sich bis heute, auch bei 16 Mitarbeitern, erhalten. Solche Dinge, ebenso wie frisches Obst oder Getränke, sind in einem kleineren Unternehmen keine riesigen Kostenpositionen, heben aber die allgemeine Stimmung und laden zu einem entspannten Gespräch ein – was nicht selten mit neuen Erkenntnissen oder Lösungsansätzen endet. Für derartige Gespräche sollten in einem Unternehmen ausreichend räumliche Möglichkeiten vorgesehen sein.

Unser Standort

Was macht Ilmenau, den Ilm-Kreis und Thüringen als Unternehmensstandort attraktiv?

Der Standort Ilmenau kombiniert durch die TU Ilmenau und diverse Forschungseinrichtungen einen hohen Grad an technischer Kompetenz mit den Vorteilen einer kleineren Stadt im Grünen. Diese sind insbesondere sehr kurze Wege, gute Freizeit- und Entspannungsmöglichkeiten, das Wohnen im Grünen mit der Familie bei bezahlbaren Preisen.

Unsere Tipps

Mitarbeiter von emsys testen ein neues elektronisches Bauteil. Foto: emsys

Welche Tipps können Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Es wird sehr oft über die Gründung im Team gesprochen. Dies kann ich nur bekräftigen. Da kontinuierlich viele Entscheidungen bei unklarer Faktenlage getroffen werden müssen, ist es sehr hilfreich, sich dabei mit jemandem konsultieren zu können. Das setzt aber voraus, dass alle Beteiligten angemessen involviert sind. Die Firmenanteile sollten mit den übernommenen persönlichen Haftungsrisiken korrelieren. Dies betrifft nicht nur eventuell abgeschlossene Kreditverträge, sondern auch die Absicherung, beispielsweise durch Zweitarbeitsverhältnisse. Die Mobilisierung aller Reserven erfordert das hundertprozentige Engagement der wichtigsten Player.

Ideal ist eine Kombination aus:
1. Fachmann,
2. Marketing-Experte,
3. Kaufmann.

Gerade Ingenieure neigen dazu, sich stark auf die technischen Inhalte zu konzentrieren. Es bedarf jedoch auch eines zeitig organisierten Verkaufs und einer effizienten Öffentlichkeitsarbeit. Wenn man anfänglich keinen Kaufmann im Team hat, kann man das kompensieren, indem man einem guten Steuerbüro möglichst viele Aufgaben – von der Lohnbuchhaltung bis zur Buchhaltung – überträgt.

Eine gute Stimmung im Team sorgt für Loyalität der Mitarbeiter und geringe Fluktuation.

Das Unternehmen

emsys Embedded Systems GmbH, Werner-von-Siemens-Straße 20, 98693 Ilmenau

Telefon: +49 3677 68977-0

Telefax: +49 3677 68977-19

E-Mail: emsys@emsys.de

www.emsys.de

Gegründet: 20. November 1998
Gründungsförderung: FUTOUR (2. Phase)
Gründer: Dr.-Ing. Steffen Arlt, Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Kampe, Dr.-Ing. Karsten Pahnke, Prof. Dr.-Ing. habil. Gerd Scarbata
Mitarbeiter heute: 16 Mitarbeiter (Stand September 2016)
Branche: Hardware- und Softwareentwicklung für eingebettete Systeme
Produkt/Innovation: Wiederverwendbare Hard- und Softwarekomponenten für eingebettete Systeme